Brandschutzklappen: Klappe zu – Brand gebannt

Brand schutz klappen

Lüftungskanäle ohne Brandschutzklappen sind eine tolle Sache: Sie sorgen für frische Luft und entfernen Gerüche, Schadstoffe und CO2 aus der Raumluft – solange es nicht brennt. Denn dann können Lüftungskanäle Feuer und Rauch über das ganze Gebäude verteilen.

Um das zu verhindern, gibt es Brandschutzklappen. Sie werden überall dort eingebaut, wo Lüftungskanäle Brandabschnitte kreuzen. Bei einem Feuer schließen sie sich selbsttätig und sorgen dafür, dass der Brand in dem betroffenen Brandabschnitt bleibt und sich nicht ausbreiten kann.

Wie funktioniert eine Brandschutzklappe?

Meistens handelt es sich um eine im Lüftungskanal angebrachte runde oder rechteckige Klappe, die im Normalbetrieb in Längsrichtung des Kanals ausgerichtet ist, so dass die Luft vorbeiströmen kann. Bei einem Brand dreht sie sich um 90 Grad und verschließt den Kanal zuverlässig. Wegen der in der Mitte angebrachten Achse wirken Über- oder Unterdruck immer gleichmäßig auf die beiden Seiten der Klappe und heben sich gegenseitig auf. Im Durchmesser können Brandschutzklappen zwischen 80 mm und 1500 mm variieren.

Grundsätzlich gibt es zwei Bauformen: Brandschutzklappen mit mechanischer oder mit elektrischer Auslösung.

Brandschutzklappe

Mechanische Brandschutzklappen

Sie werden durch ein Schmelzlot in ihrer normalen Position gehalten. Je nach Ausführung verflüssigt sich das Lot bei einer Temperatur von 72° C oder 95° C und eine Feder, früher auch ein Gegengewicht, stellt die Klappe in die Position „geschlossen“.

Eine ziemlich narrensichere Konstruktion, die ohne Strom und mit wenigen und einfachen mechanischen Bauteilen auskommt. Gegen Rauch hilft sie allerdings nicht, sofern der Rauch nicht schon sehr heiß ist. Auch die Lüfter laufen erst einmal weiter und können den Rauch in andere Brandabschnitte verteilen.

Dabei muss man bedenken, dass die meisten Todesopfer bei Feuern durch eine Rauchvergiftung gestorben sind und nicht, weil sie verbrannt sind. Dichter Rauch erschwert zudem die Orientierung; man sieht buchstäblich nicht mehr die Hand vor Augen und kann den Ausgang nicht mehr finden.

Elektrische Brandschutzklappen

Elektrische Brandschutzklappen werden über einen Stellmotor oder – seltener – über einen Haltemagneten betrieben. Im Brandfall schließt allerdings nicht der Elektromotor die Klappe, was ein Risiko wäre, falls der Strom ausfällt. Die Schließung besorgt ein sogenannter Federrücklaufantrieb. Den kann man sich wie eine aufgezogene Uhrfeder vorstellen, die im Ernstfall freigegeben wird.

Der Elektromotor dient nur dazu, die Klappe zu öffnen und im Normalbetrieb offen zu halten. Bei Stromausfall schließt sie sich automatisch. Man nennt das Ruhestromprinzip.

Ausgelöst wird die Brandschutzklappe durch Hitze- oder Rauchsensoren, wie sie sich auch in Rauchmeldern finden. Die Sensoren können auch weit entfernt von der Klappe angebracht sein und im Ernstfall alle Kanäle im Gebäude gleichzeitig verschließen. Zusätzlicher Vorteil: Gleichzeitig können auch die Lüfter gestoppt werden.

Um ganz sicher zu gehen, sind auch die elektrischen Brandschutzklappen zusätzlich mit Schmelzlot ausgestattet.

Brandschutzklappen – aber sicher

Brandschutzklappen werden als komplettes Bauteil geliefert. Sie bestehen aus einem Rohrabschnitt mit passenden Stutzen und der Mechanik bzw. Elektronik. Bei Kanälen aus verzinktem Eisenblech oder aus Edelstahl gehört auch ein elastischer Stutzen dazu. Er ist nötig, weil sich die Metallkanäle in der Hitze ausdehnen und die Brandschutzklappe aus der Wand drücken könnten. Der Stutzen staucht sich oder brennt einfach ab und verhindert eine mechanische Einwirkung auf die Klappe.

Alle diese Teile bilden eine Einheit, die eine bauamtliche Zulassung erhält. Jede Brandschutzklappe ist für ganz bestimmte Anwendungen ausgelegt und auch nur dafür zugelassen. Dabei unterscheidet man nach der Größe des Brandabschnitts, den brennbaren Materialien, den anwesenden Personen, nach Büroräumen, Küchen oder Lagern, um einige Beispiele zu nennen.

Bei einem Verstoß gegen die bauamtliche Zulassung haftet der Handwerker, Bauingenieur oder Architekt, der für den Einbau verantwortlich war. Eine Verantwortung, die man nicht leicht nehmen sollte, denn schließlich stehen Menschenleben auf dem Spiel – falls jemand infolge des Verstoßes gegen Bauvorschriften verletzt oder getötet werden sollte, drohen auch langjährige Haftstrafen.

Brandschutzklappen

Weitere Produktdetails und Ansprechpartner zum Thema Brandschutzklappen finden Sie unter: www.fischerundwuerfl.de